Das driversity-Team USB bastelt an einer digitalen Identitätslösung als Basis für eine Vielzahl von Apps und Anwendungen, die Geschäftsreisen in Zukunft wesentlich einfacher machen soll. Möglich gemacht wird das durch die neue Blockchain-Technologie

Die Geduld von Geschäftsreisenden wird oft auf eine harte Probe gestellt. Anstatt die Fahrt zu einem Kunden sinnvoll zu nutzen, um vielleicht noch an einer Präsentation zu feilen, müssen sie nebenbei ihre Reise organisieren. Egal, ob Flug oder Bahn, Mietwagen oder Hotel – überall muss man sich anmelden, seine Daten eingeben, ein Ticket vorzeigen, den Ausweis oder den Führerschein. Oder eine App aufrufen und das Passwort eingeben. (Das Passwort? Äh, wie lautete das noch gleich?). Falls die Reiseplanung spontan geändert wird, beginnt das Spiel von vorne. Und nicht zu vergessen: der Business-Traveller muss alle Rechnungen, Quittungen, Fahrkarten sammeln, um die Kosten später abrechnen zu können. Geht das nicht auch einfacher?

Das Team USB, das sich im Rahmen von driversity zusammenfand, will genau da ansetzen. „Connected Travel Profile“ – kurz CTP – ist der Name des Projekts, an dem seit eineinhalb Jahren gefeilt wird. Die Idee ist, eine Plattform zu etablieren, unter deren Dach alles abgewickelt werden kann, von der Planung, Buchung, Bezahlung bis hin zur Abrechnung der Reise. Alle Daten des Reisenden werden dort einmalig hinterlegt und können von Partnern (wie Mietwagenstationen oder Hotels) einfach abgerufen werden. Möglich macht das die neue Blockchain-Technologie, die für die nötige Sicherheit sorgt.

Zunächst wurde Blockchain als Technologie hinter der Kryptowährung Bitcoin bekannt. Inzwischen wird sie nicht mehr (nur) für Finanztransaktionen genutzt, sondern vor allem für die Hinterlegung von Informationen. Diese liegen dezentral: also nicht auf einem Server, sondern über viele Computer verteilt – und protokollieren Transaktionen zwischen Parteien. Alle Veränderungen werden dabei transparent erfasst. Auf der Blockchain befinden sich beispielsweise Verträge, Testamente oder Aktien. Der große Vorteil: Keine Behörde und kein Unternehmen hat alleinigen Zugriff auf diese Datenbank.

Die Blockchain ist ein neutrales System der Informationsverarbeitung, das niemandem gehört, nicht zu manipulieren oder zu knacken ist. Sie kann daher helfen, bestehende Prozesse schneller, kostengünstiger und einfacher abzuwickeln. Perfekt also auch für die Entwicklung der CTP-App, die plattformübergreifend alle Buchungs-und Abrechnungsprozesse vereinfachen soll. Ohne dass ein Kunde Angst haben muss, dass seine Daten in den falschen Händen landen. Die Datensouveränität ist durch die unternehmensunabhängige Konstellation gesichert.

 

Das Team USB traf sich im September in Erfurt, um die CTP-Lösung weiter voranzutreiben. Dabei wurde das Projekt zunächst mit Hilfe eines Business Model Canvas aus allen Perspektiven beleuchtet. Dieses Start-up-Tool hilft ­– ähnlich wie ein Business Plan – dabei, Ideen zu visualisieren und zu testen, ob diese auch unternehmerisch sinnvoll sind. Das Ergebnis war: positiv!

Nun geht es an die Planung eines Prototypen. Schritt eins: Die Idee soll auf nicht technische Weise greifbar gemacht werden, um sie so potentiellen Interessenten vorstellen zu können. Schritt zwei: Danach geht es in das digitale Versuchslabor der Deutschen Bahn, wo eine einfache, auf ihre Kernversion reduzierte Version der Plattform erstellt werden soll. Schritt drei: die Validierung der Zielgruppe, bei der nochmal genau geprüft wird, ob die Anforderungen der Kunden tatsächlich erfüllt werden.

Es gibt also viel zu tun für das Team USB, das sich immer über Unterstützung freut: Quereinsteiger, die helfen wollen, die Zukunft von Geschäftsreisenden entspannter zu gestalten, sind genauso willkommen wie Unternehmen, die Interesse an dem Projekt haben.

 

Lust, beim Team USB mitzumischen? Dann meldet Euch unter driversity@deutschebahn.com.

Weitere Infos zum Thema Blockchain: https://digitalspirit.dbsystel.de/mit-blockchain-die-digitale-zukunft-sicher-gestalten/