Unter dem Motto Von der Pflicht zur Kür fand im März das driversity-Netzwerktreffen in Bochum statt. Die Teams präsentierten den aktuellen Stand ihrer Projekte und verrieten, wie es weitergeht. Die Frage, die alle beschäftigte, war jedoch: Wie bringt man die Menschen zum Umdenken?

Mobilität bedeutet Bewegung, mit diesen Worten begrüßte Michael Birk, driversity-Initiator, die driversity-Netzwerker in den Räumen der GLS Bank in Bochum. Wir müssen die Menschen bewegen, nicht nur im Kopf, auch im Herzen. Fünf Teams stellten ihre Projekte vor, erklärten, wo die Hindernisse aber auch die Chancen liegen. Die Kreise, die driversity zieht, werden immer größer, nun geht es darum Stakeholder, Geschäftsführung oder Investoren mit ins Boot zu holen. Und, so der Wunsch der driver, auch Politik und Öffentlichkeit müssen viel mehr mit eingebunden werden. Passend dazu die Keynote des Kommunikationsprofis Michael Volkmer, Geschäftsführer Scholz & Volkmer. In seinem Vortrag Mobilität neu sehen erklärte er, wie man die Menschen mit den richtigen Bildern emotional abholt.

 

Eine neue driversity-Partnerin

Neben der neuen MICE-Gruppe mit der Idee‚ ITS Weltkongress 2021 in Hamburg als Prototyp für Smart Congress‘ (Themenpartner: ITS Hamburg 2021 GmbH, GCB, VDVO) freute sich Michael Birk darüber, mit der GLS Bank auch eine neue Partnerin ins Boot geholt zu haben. Dirk Kannacher, Vorstand der GLS Bank, verriet in seiner Keynote Mobilität neu denken, dass sich die sozial-ökonomische Bank schon seit vielen Jahren diesem Thema widme. Und er zitierte Wilhelm Ernst Barkhoff, der die Bank 1974 mitbegründete:
Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden
durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen.

Und genau an dieser Vision wurde in Bochum zwei Tage lang gefeilt.

 

Teams, die etwas bewegen

Ein Blick in die Arbeit der Teams zeigt, dass sich seit der Gründung von driversity im Sommer 2017 viel getan hat.

Das Team MOBILITY INCENTIVISION fand heraus, dass es sich „dramatisch“ rechne, wenn man den Mitarbeitern statt großer Dienstwagen kleinere Fahrzeuge oder andere Vorteile anbiete: Und zwar für die Unternehmen, die Mitarbeiter und natürlich für die Umwelt, so Estelle Bolder, Manager Fleet, Travel & Facility Services von Randstad Deutschland. Die Idee kommt an, aber:Die Herausforderung liegt nicht in dem Thema selber, sondern in allem, was danach kommt: Versteuerung, Arbeitsgesetzgebung, Sozialabgaben.

Jens Lemke, Geschäftsführer von Commodis, der mit seinem Team TAX HACKS allen Teams in Sachen Steuern unter die Arme greift, betonte: Wenn man das Thema Mobilitätswende ernst nehmen will, muss man den richtigen Rahmen schaffen. Was bedeutet: Hier ist vor allem der Staat gefragt. Und dessen Mühlen mahlen bekanntlich langsam. „Um unsere Idee trotzdem umsetzen zu können, müssen wir uns ein Stück weit von diesen Stolpersteinen entfernen“, erklärte Bolder. Und vielleicht auch einen ganz anderen Weg einschlagen, noch ist ja alles möglich.
Nächste Station für MOBILITY INCENTIVISION: Ein Implementierungs-Workshop bei Randstad, der das gesamte Unternehmen mit einbeziehen soll: Arbeitnehmervertreter, Kommunikation, aber auch die IT“, sagte Bolder, „Ich freue mich auf den Input der anderen Teilnehmer, um herauszukriegen: Sind wir auf dem richtigen Weg? Oder gibt es noch Themen, an die wir nicht gedacht haben?

Auch das Team MOBILITÄTSBUFFET ist einen Schritt weiter. Das Projekt wurde einer Gruppe von ausgewählten Mitarbeitern von Boehringer Ingelheim im Rahmen einer Befragung präsentiert und anschließend deren Meinung und Bedürfnisse ausgewertet. Die Idee, dass sich jeder Mitarbeiter entsprechend seiner Bedürfnisse und des Anlasses seine Reise selber zusammenstellen kann, kam gut an. Die Bereitschaft sei da, erklärten die driver, wenn man das Mobilitätsbuffet richtig aufstelle, griffen die Mitarbeiter gerne zu. Boehringer Ingelheim möchte das Projekt pilotieren und auch hier findet Anfang April ein Implementierungs-Workshop statt.

 

Mobilität digital gestalten

Das Team APP GEHT’S hat derweil einen Klick-Dummy für die KPMG zum Testen gebaut und bei der Barmer Krankenkasse ebenfalls eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die App (Dein spontaner Travelbuddy) soll möglichst stressfrei eine Reise von Haustür zu Haustür planen und dabei mit dem Kalender des Nutzers synchronisiert werden. Bei unserer Umfrage hat uns am meisten überrascht, wie lange Travel Arranger im Durchschnitt brauchen, um eine Reise zu buchen. Nämlich gut 19 Minuten, berichtete Michael Scholz von der Barmer Krankenkasse. Zeit, die man mit Hilfe der App sehr gut sparen könnte. Nun stehen wir an dem Punkt, an dem wir priorisieren müssen: Was soll dieses Tool können, was ist wichtig und was ist machbar? Dafür brauchen wir jetzt technische Unterstützung. Das Schöne an driversity sei das große Netzwerk, wo neben Ideen auch viel Wissen zusammenkomme, freute sich Scholz: Das kann man bei Fragen immer wieder anzapfen.

Ein Internetbenutzer besitze im Durchschnitt 25 Accounts, erklärte das Team USB, darunter zehn Mobilitätsaccounts. Diese Zahl werde in den nächsten Jahren noch steigen, bis irgendwann keiner mehr durchblickt. Kurz: eine Plattform wie das Connected Travel Profile wird dringend gebraucht. Unter dem CTP-Dach soll alles abgewickelt werden, von der Planung, Buchung, Bezahlung bis hin zur Abrechnung der Reise. Im Moment arbeiten wir an einem MVP für eine kleine Gruppe von Usern, verriet Jens Schneider, Director Product Marketing MEE Concur GmbH. Weiter auf der to-do-Liste von Team USB stehen folgende Punkte: USP schärfen, Wettbewerber checken, Rechtsform finden. Immerhin gibt es mit One ID – all mobility bereits einen knackigen Claim. Und ein Ziel ist auch schon definiert: Wir möchten im Bereich der Mobilität das Paypal von morgen werden, so Schneider: Jetzt müssen wir nur noch richtig Gas geben.

An der sogenanntenWall of Fame konnten alle Teilnehmer ihre Wünsche und Erwartungen an driversity adressieren. Kreative Ideen vorantreiben, Netzwerk erweitern, Pitch vor echten Investoren stand da, aber auch Die öffentliche Wirksamkeit nutzen. Und damit all die tollen Ideen ihren Weg in die Welt finden, bildete sich, inspiriert über die Kraft und Wirkung der Bilder, eine neue Gruppe, die sich ganz der Kommunikation widmen wird. Name des Teams: Pink Elephant. Ein perfektes Bild – denn an dem kommt wirklich niemand vorbei.