"Mobilitätswende: Festgefahren?! Heute das Morgen gestalten"

Eine Podiumsdiskussion auf Initiative der GLS Bank

Weniger Autos, eine inklusivere Mobilität und neue Handlungsmaxime für politische Entscheidungen – was brauchen wir für eine menschengerechte Zukunft, die vielfältige Mobilitätsbedürfnisse befriedigt?

„Festgefahren“ sind wir scheinbar doch nicht so ganz. Am Montag tauschten sich am Stuttgarter Standort der GLS Bank Mirko Schulte, als Vertreter der GLS Mobilität, Katja Diehl, Peter Hennicke und Cem Özdemir zu Mobilität, Lösungen und Anreizen aus. Die Mobilitätswende zu gestalten ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, für die es nicht nur politische Richtlinien, sondern auch Anreize und Positivbilder braucht.

Für lebenswertere Städte müssen Autos weniger werden, Solidarität dafür mehr. Katja Diehl fragt dazu passend: „Was hält uns zurück, was hindert uns? – Wenn ich zur Rush Hour durch Hamburg fahre und Autofahrer*innen frage, wie zufrieden sie mit ihrer Mobilität sind, dann kenne ich die Antwort!“. Wieso wird die Veränderung so oft als Bedrohung wahrgenommen?

Wenn Peter Hennicke einen Wunsch frei hätte, wäre es, dass alle sein kürzlich erschienenes Buch „Nachhaltige Mobilität für alle“ läsen. Dort finden sich auf fast 400 Seiten die notwendigen Schritte, verschiedene Szenarien und Folgen für Klima, Gesellschaft und auch für die Wirtschaft. Diese „Kernstrategien für nachhaltige Mobilität“ diskutieren unter anderem E-Mobilität, Verkehrspolitik, oder CO2-Bepreisung unter Berücksichtigung der sozialen Gleichberechtigung.

Cem Özdemir zitiert in Bezug auf den Verkehrsausschuss seine „Mitstreiter“ aus der AfD, für die Verbrenner-Autos ein „Kulturgut“ zu sein scheinen, während auch in der Automobilindustrie der Wille zum Wandel mittlerweile angekommen ist. Die Antriebswende müsse sich allerdings auch unternehmerisch lohnen. Was können Anreize sein, die veraltete Wachstumsstrategien ersetzen?

Eine nachhaltige Mobilitätswende kann nur inklusiv geschehen, muss mitgestaltet werden und durch entsprechende Rahmenbedingungen ermöglicht werden, plädiert Mirko Schulte und erinnert daran, dass die „Enkel“ in „enkeltauglich“ bereits die sind, die freitags demonstrieren. Wie lange können wir die Veränderungen noch vor und von uns wegschieben, bis die Folgen uns auf die Füße fallen, oder tun sie das vielleicht jetzt schon?