Mit Kreativität neue Ziele erreichen

 

Vor einem Jahr fand in Berlin die Kickoff-Veranstaltung von driversity statt. Jetzt trafen sich die Teilnehmer in Heilbronn, um Bilanz zu ziehen: wo stehen wir, was haben wir erreicht und wie geht es weiter?

Normalerweise unterrichtet Prof. Dr. Jens Hujer an der Hochschule Heilbronn Betriebswirtschaftslehre des Personen- und Luftverkehrs. Heute nicht. Er trägt einen quietschbunten Anzug und moderiert ein Quiz. So überzeugend, dass einige Studenten, die zufällig vorbeikommen, irritiert gucken. Bastelt ihr Professor an einer Zweitkarriere beim Fernsehen? Nein: Jens Hujer gehört zur Netzwerk-Initiative driversity. Ein Jahr lang tüftelten er und sechs weitere „driver“ in ihrem ‚Dream Team‘ an einer Idee, die sie nun präsentieren – in Form einer launigen Quizshow. Und das passt: driversity will andere Wege gehen – das gilt nicht nur für die Ideenfindung, sondern auch für das Pitchen von Projekten.

Das driversity-Treffen auf dem Bildungscampus ist ein Bergfest, denn vor genau einem Jahr hat DB Vertrieb das Netzwerk initiiert. Michael Birk, Leiter Strategisches Kunden- und Projektmanagement bei DB Vertrieb und die Partner von driversity, Professor Dr. Jens Hujer von der Hochschule Heilbronn und Kai Helfritz von der DGFP (Deutsche Gesellschaft für Personalführung) begrüßen die Teilnehmer an diesem Morgen in Heilbronn. Sie betonen, wie wichtig ein Umdenken beim Thema Mobilität sei. Rauskommen aus alten Denkmustern, querdenken, sich mit anderen vernetzen, all das haben sich die Teilnehmer auf die Fahnen geschrieben. Das Ergebnis nach einem Jahr driversity kann sich sehen lassen: Acht Teams entwickelten spannende und vielversprechende Projekte. Ziel für das nächste Jahr werde sein, so Birk, möglichst viele Ideen tatsächlich umzusetzen. Und noch mehr „driver“ in die Initiative zu holen.

 

Reizvolle Mobilitätsangebote werden auch immer wichtiger für die Attraktivität als Arbeitgeber, zu dem Thema spricht Cawa Younosi, Head of Human Resources Germany SAP SE und SAP Deutschland, in seiner Keynote. „Fachkräftemangel ist in der IT-Branche nicht neu“, erklärt er, doch es gehe um mehr als nur ökonomische Aspekte. „Wir wollen begeisterte Mitarbeiter“, so Younosi, „es wird immer noch unterschätzt, dass ein Mitarbeiter, der gerne zur Arbeit kommt, viel produktiver ist.“ In Sachen Mobilität kann der SAP-Mitarbeiter jetzt schon wählen zwischen Firmenwagen, E-Bike, Carsharing oder BahnCard. „Das wird gut angenommen.“

Am Nachmittag dann stellen die acht driversity-Gruppen ihre Projekte vor. Ein Jahr lang suchten sie nach neuen Lösungen, die flexible und nachhaltige Mobilität fördern, entwickelten Modelle, die Reiseplanungen und Abrechnungen erleichtern. Dabei sind tolle Ideen herausgekommen, die die Teams sehr kreativ präsentieren, vom Rollenspiel bis hin zum Kurzfilm. Am Ende werden die Karten nochmal neu gemischt und Teams mit ähnlichem Ideen einem gemeinsamen Themencluster zugeordnet. „Mein Projekt ‚App geht’s’ wird jetzt mit ‚Mobility4Business’ fusionieren“, erzählt Martinique Diambou, Travel Managerin bei der KPMG AG, und freut sich: „Da schaffen wir nochmal ganz neue Synergien.“ Überhaupt ist sie optimistisch, was die Pilotierung ihrer Ideen angeht: „Wenn wir es schaffen, uns gut zu strukturieren und unsere Ressourcen anzuzapfen – also die richtigen Partner mit an Bord zu kriegen – dann glaube ich, dass eine Umsetzung realistisch ist.“

Jens Lemke, Geschäftsführer der commodis GmbH, ist von Tag eins an dabei. „Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Ich habe nicht damit gerechnet, dass diese Art von offenem Austausch so viel Kreativität freisetzt.“ Er finde es spannend, an modernen Konzepten mitzuarbeiten, frei von Firmenhintergrund und Bereichs-Egoismen: „Die Tatsache, dass wir Themen auch mal auf persönlicher Ebene diskutieren können, mit Entscheidern in Finanzbehörden oder in der Politik, eröffnet uns ganz andere Möglichkeiten.“