Nichts wie ran ans Buffet!  

Mehr Flexibilität für den Mitarbeiter – aber ohne Mehrkosten für den Arbeitgeber. Das „Mobilitätsbuffet“ bietet eine moderne, nachhaltige Ergänzung zum einseitigen Dienstwagen.

Helles Sonnenlicht flutet durch das Erfurter Businessloft. Auf einer Stellwand kleben bunte Notizzettel, Pfeile weisen auf Stichworte, einige davon sind doppelt unterstrichen. Davor diskutiert eine Gruppe von Leuten. Es ist das driversity-Team, das am „Mobilitätsbuffet“ arbeitet. „Wir finden die Idee gut, na klar“, ruft jemand, „aber wird der Nutzer sie auch wirklich annehmen?“ Die Gruppe ist sich sicher, dass dies nur mit mehr Möglichkeiten / Mobilität / Auswahl als nur Auto gelingen kann.

 

Stille, dann schwillt die Rede-Lautstärke sofort wieder an. Argumente fliegen hin und her, es wird genickt oder mit dem Kopf geschüttelt. Keine Frage, das Projekt befindet sich in einer heißen Phase. Von der theoretischen Idee zum echten Praxistest – das Team steht kurz davor, den nächsten wichtigen Schritt zu gehen. Zwei Unternehmen haben ihr Interesse signalisiert, das Konzept unternehmensindividuell zu pilotieren.

Jetzt wird es ernst!

Worum es beim „Mobilitätsbuffet“ geht? Der Mitarbeiter soll – statt nur eines Dienstwagens – die Möglichkeit bekommen, sich an einem „Buffet“ zu bedienen, das verschiedene Fortbewegungsmittel anbietet. Die kann er je nach Bedarf, Lust oder Wetter miteinander kombinieren, geschäftlich und auch privat. Zum Beispiel so: zur Arbeit fährt der Nutzer mit dem E-Roller, für den Einkauf im Baumarkt leiht er sich einen Kombi und in den Urlaub reist er mit der Bahn. Ein Dienstwagen kann natürlich auch weiter im Buffet liegen. Ob es dann immer ein großes Auto sein muss, kann jeder Nutzer für sich entscheiden. Die Ausgaben überschreiten dabei nicht die Summe, die der Dienstwagen mit allem Drum und Dran bislang gekostet hat – so muss der Arbeitgeber nicht tiefer in die Tasche greifen. Im Gegenteil, dieses Modell spart sogar Geld, ermöglicht Mitsprache des Nutzers und erhöht dadurch die Zufriedenheit. Und es kann überlegt werden, ob die Differenz nicht dem Nutzer in Form einer Prämie wieder zu Gute kommen sollte.

Wer profitiert vom „Mobilitätsbuffet“? Zuallererst natürlich die Umwelt, denn die Nutzer werden auf diese Weise angeregt, sich Gedanken zu machen: Muss ich für diese Strecke das Auto nehmen oder gibt es auch andere Möglichkeiten? Klar, so ein Dienstwagen direkt vor der Tür ist bequem, aber steht häufig auch ungenutzt herum. Das driversity-Team ist überzeugt, dass es dem Mitarbeiter durchaus Spaß macht, sich einen individuellen Mobilitätsplan zusammenzustellen oder besser nach Bedarf zu nutzen und auch mal andere Verkehrsmittel auszuprobieren. So kann er auch flexibler auf Veränderungen in seinem Leben reagieren, was wiederum die Mitarbeiterzufriedenheit steigern würde. Zusammengefasst: die CO2-Werte könnten gesenkt werden, der Arbeitgeber kann Kosten sparen und gleichzeitig seine Attraktivität erhöhen

Zurück nach Erfurt, wo immer noch das „Mobilitätsbuffet“ zubereitet wird. Die Gruppe klopft Fragen ab wie: Wird die Idee Anklang finden oder planen wir am Bedürfnis der Zielgruppe vorbei? Muss man eben testen! Als nächster Schritt soll deshalb ein Prototyp erstellt werden, der dann von vierzig Mitarbeitern getestet wird. Die Vision des driversity-Teams ist, dass irgendwann selbst eingefleischte Dienstwagennutzer zum Umdenken bewegt werden können: Brauche ich den eigenen Wagen wirklich permanent oder ist er eher ein ausgedientes Statussymbol? Und welche Optionen stehen mir noch zur Verfügung, die ich bislang nicht genutzt habe – oder gar nicht kannte? Die Gruppe ist sich sicher, dass dies nur mit mehr Möglichkeiten / Mobilität / Auswahl als nur Auto gelingen kann.

Aber jetzt muss das Thema „Mobilitätsbuffet“ mal kurz Pause machen. Es gibt Mittagessen und auf dem Buffet stehen keine Abgaswerte und Kilometerangaben, sondern Salat, Gulasch und Thüringer Klöße. Jeder „driver“ kann sich nach seinem Geschmack am Buffet bedienen und kombinieren. Und alle sind begeistert!