New work needs inner work –

Warum wir ein neues Paradigma des Lernens brauchen

Leistungsdruck, Angst und Wut…

…verdammt Schule, was tust Du mir an?
Du bringst mir bei, ich sei nicht genug, die anderen sind besser.
Du bringst mir bei, dass Stress normal ist.
Du bringst mir bei, wie es ist, sich alleine zu fühlen.

 

Margret Rasfeld, die Expertin für Zukunftsbildung und Vernetzerin von Ideen und Menschen, hielt diesen emotionalen Vortrag im Rahmen unseres driversity-Netzwerktreffens am 22.06.22 in Leipzig. Sie zeigt auf emotionale Weise auf, warum wir dringend ein neues Paradigma des Lernens brauchen und warum wir unsere Kinder zu mutigen, lebensfrohen Menschen erziehen sollen.

 

 

Unser Schulsystem erzieht für die Burnout-Gesellschaft. Kinder und Jugendliche haben Zukunftsangst, sind unzufrieden mit dem Schulsystem. In diesem Video kommen Kinder und Jugendliche zu Wort und legen Ihre Ängste offen. Margret schildert anschaulich, wie es aktuell mit unserem Schulsystem bestellt ist und was wir unseren Kindern, die unser aller Zukunft gestalten sollen, antun.

Es braucht ein Schul- und Bildungssystem, welches die Potentiale der Kinder und Jugendlichen erweckt und sie entfalten lässt. Unsere Gesellschaft braucht mutige und kreative Menschen – doch wenn nicht in der Schule, wo dann, lernen wir unser wahres Potential zu erwecken?

 

Was hat das mit driversity zu tun?

In unserem Netzwerk reden wir von Transformation, Perspektivwechsel, Inspiration und mutig sein, damit die Mobilitätswende gelingen kann unsere Zukunft lebenswert bleibt.
Doch wie kann das gelingen, wenn unsere Kinder und Jugendlichen keine Hoffnung haben, nicht lernen, mutig zu sein und nicht lernen, an sich und ihre Potentiale zu glauben?

Ein bewegender Vortrag, den es lohnt sich komplett anzuschauen!

driversity High Five - Key Note Margret Rasfeld

Zitate aus Briefen von Schüler:innen

 

 

 

 

 

„Manchmal verzweifeln wir an uns selber und trauen uns nicht es hinaus zu schreien.
Es lastet so ein Druck auf einem und das schlimme ist, es ist kein Ende abzusehen.

„Ich lasse mir oft gar nichts anmerken und tue so als ob alles in Ordnung wäre, ich kenne auch andere, die das machen. Und viele, auch ich, trauen sich nicht zu sagen, wie es uns wirklich geht. ich glaube es liegt daran, weil wir Angst haben, dass wir nicht verstanden werden und dadurch die Ohnmacht, die wir gegenüber der Schule und den Lehrern haben, dann noch mehr spüren.“

„Jetzt mit Corona müssen wir den ganzen Stoff, den wir verpasst haben so schnell nachholen, da kann man überhaupt nichts verstehen. Ich frage mich weshalb alles nur um die Zensuren geht. Deshalb muss es so schnell gehen, wegen der Zensuren. Es wäre doch viel wichtiger dass wir den Stoff verstehen und etwas langsamer machen.“

„Ja, ich habe einen Durchschnitt von 1,2 geschafft. Ich habe 9 Stunden am Tag dafür gelernt, auch am Wochenende und ich möchte nicht erzählen, was mich das an Stress, Angst, Panik, und Zusammenbrüchen gekostet hat.“

„Wir haben einen Terminkalender wie Erwachsene, Abgabefristen, Klausurtermine, Tests.
Ich kann nachts gar nicht mehr richtig schlafen, obwohl ich total erschöpft bin, kann ich nicht mehr schlafen. Kopfschmerzen und Unzufriedenheit kommen dazu.“

„Wir lernen zu funktionieren. Ist das der Sinn von Schule?“

„Alles Wissen, das die Schule zu vergeben hat, müßte herzlich und groß gegeben sein, ohne
Beschränkung und Vorbehalte, absichtslos und von einem ergriffenen Menschen. Da müßten alle Fächer vom Leben handeln, als von dem einen Gegenstand, der mit allen anderen gemeint ist.“

„10 Jahre abschreiben, also ich meine, ab Mittelschule. Noten, Noten, Noten. Wir waren pissig, weil mit uns nicht geredet wurde. Du kommst als Wrack aus der Schule. Kreativität hat sich in Angst verwandelt. Lösungsweg Selbstmord – daran haben in meinem Umfeld fast alle schon mal gedacht und das durchgespielt… Als Kind haben mir alle gesagt, dass ich künstlerisch sehr begabt bin. Ist alles weg nach der Schule…“

„Und das Schlimmste ist, dass es normal ist. Zu leiden wird normalisiert. Niemand kritisiert es. Und wer es tut, der nervt. Er soll sich doch einfach fügen. Machen ja schließlich alle so. Was wir nicht verstehen ist, dass wir in der Mehrheit sind. Wir haben die Macht zu ändern, was uns nicht recht ist. Wir sind nur schon zu müde, ausgelaugt und kaputt, schon zu tief drin, um das zu realisieren. Ich kann nicht mehr.“

Warum wir ein neues Paradigma des Lernens brauchen

Es wird viel debattiert über New Work, agile Organisationen, flache Hierarchien, Selbstorganisation und Verantwortung, agile Werkzeuge. Doch äußere Veränderung von Strukturen und Prozessen allein sind noch keine Transformation. Es geht um Mut und Haltung, Vision und Sinn. Auf die dafür erforderlichen Haltungen wie Entrepreneurship-Geist, Vertrauen, Fehler- und Experimentierfreude, Kollaboration, Schätzen von Diversity, Kreativität,  Innovationskraft bereitet Schule völlig unzureichend vor. Bedenklicher noch: Wir verhindern in unserem Bildungssystem systematisch die volle Entfaltung von Fähigkeiten und Talenten. Daher muss die Idee von New Work früher ansetzen – nämlich in der Bildung. Margret Rasfeld zeigt, wie der Paradigmenwechsel im Bildungssystem gelingen kann. Wie junge Menschen Vertrauen in Ungewissheit und disruptive Veränderungen, Persönlichkeitsstärke, Selbstwirksamkeit, Unternehmensgeist, Risikobereitschaft, Entscheidungsfähigkeit und Handlungsmut lernen und Fehler und Scheitern als Inspirationsquelle erfahren können. 

ABOUT Margret

„Es stehen Veränderungen an. Es braucht einen tiefen Haltungs- und Bewusstseinswandel, um Hoffnung, Zuversicht, Mut, Vertrauen. Und eine Hauptrolle dabei spielt die Bildung.“

     

Margret Rasfeld setzt sich als Bildungsinnovatorin  für die gesellschaftliche Transformation mit Schwerpunkt auf der Bildungskultur ein. Aus ihrer Tätigkeit als Schulleiterin und Bildungsinnovatorin kennt sie die Hürden, alte Muster und die Beharrungskräfte des Systems und inspiriert durch neue Sichtweisen und gelungene Musterbrüche. Sie setzte sich mit Leidenschaft für die Wünsche, Hoffnungen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ein. Denn für sie sind junge Menschen engagierte Bürger*innen mit Kreativität, Engagement und Gestaltungsmut, die einen Schatz an Potenzialen in sich tragen und weit mehr können, als Erwachsene ihnen oft zutrauen.

(Quelle: https://www.margret-rasfeld.de; Bilder: Pixabay)